Sensoren erklärt — wie funktioniert das?
Bevor du Hardware bestellst lohnt es sich kurz zu verstehen, was die Sensoren machen, wie sie miteinander reden und was die Werte bedeuten. Hier die einfache Version.
Der Weg eines Sensor-Signals
sendet "Bewegung erkannt"
empfängt per Zigbee
verteilt Nachrichten
speichert in DB
zeigt Status
Jeder Sensor schickt also nur kleine Pakete wie "Bewegung erkannt um 14:32:18" oder "Temperatur 23,4°C". Diese Pakete gehen nicht ins Internet — sondern erst mal nur an einen kleinen Computer (Raspberry Pi) bei dir zu Hause. Der Pi sammelt alles, schickt es verschlüsselt an deinen Webserver, und dort kannst du es auf einer privaten Webseite anschauen.
Welche Funktechnik wofür?
Es gibt mehrere Funktechniken im Smart-Home — alle haben ihre Stärken:
Zigbee
Stromsparend, kleine Sensoren mit Knopfzellen-Akku der jahrelang hält. Reichweite ~10–30 m, geht durch 1–2 Wände.
Wir nutzen das. Aqara-Sensoren laufen darüber.
WLAN
Du kennst es. Stromhungrig, deshalb nicht für Batterie-Sensoren. Gut für Geräte mit Steckdose (Shelly Plug).
Wir nutzen das. Shelly-Steckdosen laufen über WLAN.
LoRaWAN
Kilometerweite Reichweite, sehr stromsparend. Aber Sensoren teurer und es gibt weniger Auswahl.
Wir nutzen das nicht. Wäre für eine Wohnung übertrieben.
Z-Wave / Matter
Ähnlich wie Zigbee, aber andere Hersteller-Welten. Teurer als Zigbee, technisch ebenbürtig.
Wir nutzen das nicht. Zigbee reicht uns.
Welche Sensoren wofür?
📍 Bewegungssensoren (PIR)
Erkennen Wärme-Änderungen. Sehen also einen Menschen wenn er sich bewegt — können aber nicht erkennen wer es ist. Reagieren in Bruchteilen einer Sekunde, dann meist eine Pause von 1–60 Sekunden (einstellbar) bevor der nächste Trigger kommt. Halten 3–5 Jahre mit einer Knopfzelle.
Was wir damit machen: Erkennen "Josef ist im Hauptraum", "Josef ist im Bad", usw.
🚪 Tür- und Fenstersensoren
Zwei kleine Magnete — einer am Türrahmen, einer an der Tür. Wenn die Tür auf geht, geht der Magnet weg vom Sensor und der meldet "geöffnet". Beim Schließen "geschlossen". Halten 2–3 Jahre mit einer Knopfzelle.
Was wir damit machen: Erkennen "Wohnungstür wurde geöffnet um 14:30" → vermutlich Josef gegangen oder gekommen.
🌡️ Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren
Messen Raumtemperatur und Luftfeuchte. Senden alle paar Minuten den aktuellen Wert. Halten 1–2 Jahre mit Knopfzelle.
Was wir damit machen: "Wie warm wird's unterm Dachfenster im Sommer?" und "Luftfeuchte im Bad nach dem Duschen".
💡 Lichtsensoren
Messen Helligkeit in Lux. Direktes Sonnenlicht ~10.000 Lux, Wohnzimmer abends ~150 Lux, dunkles Zimmer ~5 Lux.
Was wir damit machen: "Licht aus = wahrscheinlich Schlaf", "Licht in Dachkammer an = Josef war im Lager".
🔌 Smarte Steckdosen mit Strommessung
Eine Steckdose die zwischen Wandsteckdose und Gerät kommt. Misst laufend wie viel Watt das Gerät zieht. Schickt den Wert per WLAN an den Server.
Was wir damit machen: "PC zieht 80 W = Josef arbeitet" oder "Waschmaschine zieht 1500 W = läuft gerade".
Standby- und Watt-Werte zum Auswerten
Wenn du eine Steckdosenleiste oder einen Geräteverband mit einem Shelly Plug überwachst, helfen diese Richtwerte um sinnvolle Schwellenwerte zu setzen:
| Gerät | Standby | Aktiv | Spitze |
|---|---|---|---|
| Fernseher (LED) | 1–3 W | 80–150 W | 200 W |
| Spielekonsole | 0,5–10 W | 50–120 W | 180 W |
| Soundbar / AV-Receiver | 0,5–2 W | 10–60 W | 120 W |
| Desktop-PC (im Idle) | 40–80 W | 80–250 W | 500 W+ |
| Laptop am Strom | 2–5 W | 15–50 W | 90 W |
| Monitor 24" | 0,3 W | 20–35 W | 40 W |
| Drucker | 1–3 W | 15–500 W | 1000 W |
| Waschmaschine | 0,5 W | 500–2200 W | 2500 W |
| Wasserkocher | 0 W | 1500–2200 W | 2400 W |
| Kühlschrank | 0 W | 40–100 W | 200 W (Kompressor an) |
Anwendung in der Praxis: Wenn am TV-Shelly mehrere Geräte angeschlossen sind (TV + Konsole + Soundbar), legen wir den Schwellenwert auf 20 Watt. Alles drüber = "TV-Bereich aktiv". Welches Gerät genau läuft, ist meist egal — uns interessiert ja nur, dass jemand im TV-Bereich aktiv ist.
Datenschutz und Sicherheit
- Sensoren funken nur ins lokale Netz, nicht ins Internet
- Der Pi reicht die Daten verschlüsselt (HTTPS) an deinen Server weiter
- Der Server gehört dir allein — keine Cloud, keine Drittanbieter
- Die Sensoren machen keine Audio- oder Videoaufnahmen
- Es werden keine biometrischen Daten gesammelt — der PIR-Sensor sieht "Wärme bewegt sich" und nicht "Josef Müller"
Geräte-Namen anpassen
In der Software vergibst du jedem Sensor einen verständlichen Namen.
Aus 0x00158d000123abcd wird dann bewegung_hauptraum
oder tuer_bad. Das machen wir später beim Pairen mit
Zigbee2MQTT — du klickst dort auf den Sensor und gibst ihm einen
sprechenden Namen. Dann ist die Datenbank lesbar.
Mehr lernen
Gute deutsche Anlaufstellen:
- simon42.com — sehr verständliche Tutorials, Home Assistant Schwerpunkt
- hobbyblogging.de — DIY-Smart-Home-Themen
- forum.iobroker.net — sehr aktive deutsche Smart-Home-Community
- zigbee2mqtt.io — die offizielle Doku zu Zigbee2MQTT (englisch)