Wie das Projekt entstanden ist

Ein Hobby-Projekt, aus einer eigenen Lebenssituation entstanden — und mit dem Wunsch, dass andere es nachbauen können.

Wer ich bin

Mein Nickname ist JosefausRoxel, ich bin 59 Jahre alt und wohne alleine in einer kleinen Dachgeschosswohnung im Münsterland. Hauptberuflich bin ich Hobby-Bastler — Technik begleitet mich seit Jahrzehnten:

Der Auslöser

Eines Abends ist mir aufgefallen, dass ich seit ungefähr 12 Stunden mit niemandem geredet hatte — nicht weil's mir schlecht ging, sondern weil's einfach so war. Und irgendwann kam der Gedanke: Wenn mir jetzt etwas passieren würde — wann würde es jemand merken?

Das war der erste Anstoß. Ein System bauen, das im Hintergrund mitläuft, ohne Kameras, ohne Mikrofone, ohne Knopf um den Hals — einfach diskrete Sensoren in der Wohnung, die merken: Bewegung, Schlafenszeit, Tür auf, Tür zu, Schreibtisch besetzt. Und wenn längere Zeit gar nichts passiert, geht eine Nachricht raus.

Was am 29. April 2026 geschah

An diesem Tag habe ich erfahren, dass meine Nachbarin verstorben ist.

In den Wochen davor hatte ich schon ein komisches Gefühl. Eine Woche vor der Nachricht wurden Möbel aus ihrer Wohnung geräumt — ich erkannte den Transporter eines Münsteraner Räumdienstes. Dann stand Sperrmüll an der Straße. Die Wohnung wurde leer.

Wir hatten uns über Jahre immer mal wieder unterhalten — im Treppenhaus, oder wenn wir uns zufällig im Bus Richtung Marktkauf trafen. Sie hatte eine Betreuung, sie sagte mir mal, die Betreuerin sei gut. Jeden Tag ging sie mit ihrem alten Hund raus.

Die junge Katze, die bei ihr lebte, kam manchmal neugierig die Treppe hoch. Wenn sie mich sah, war sie sofort wieder verschwunden in der Wohnung meiner Nachbarin.

Niemand hatte mir Bescheid gesagt. Ich habe es indirekt erfahren — aus Zeichen, nicht aus Worten.

Das hat mich getroffen. Nicht nur, weil ein Mensch gestorben ist, mit dem ich ab und zu zu tun hatte. Sondern weil mir klar wurde: genau das Szenario ist es, gegen das ich was bauen will. Jemand wohnt allein, jemand verschwindet, und außenrum merkt es zu spät jemand.

Die Lehre — drei Vertrauenspersonen statt einer

Ursprünglich hatte ich geplant: Eine Mail an eine Vertrauensperson, wenn längere Zeit nichts in der Wohnung passiert.

Nach dem 29. April ist mir klar geworden, dass eine einzige Benachrichtigung zu wenig ist. Mails landen im Spam-Ordner, Handys sind auf lautlos, jemand ist im Urlaub, jemand hat das Handy verloren.

Deshalb wird das System drei Personen gleichzeitig benachrichtigen — ausgewählt vom Bewohner selbst. Familie, Nachbarn, Freunde. So erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens einer reagiert, deutlich. Wer reagiert, kann die anderen entwarnen.

Die Idee in Zahlen

In Deutschland leben rund 6 Millionen Menschen über 65 alleine. Hinzu kommen viele jüngere Alleinlebende. Für viele ist ein professioneller Hausnotruf entweder zu teuer, zu aufdringlich, oder wirkt zu sehr nach "alt sein".

Kostenvergleich (Stand 2026):
Kommerzieller Hausnotruf (DRK, Malteser, Johanniter)ca. 25–50 € / Monat
Über 5 Jahre gerechnetca. 1.500–3.000 €
Dieses DIY-Projekt — einmalige Hardwareca. 400 €
Laufende Kosten (Hosting, Strom)ca. 5 € / Monat
Über 5 Jahre gerechnetca. 700 €

Was dieses System macht

Ich verteile Bewegungsmelder, Türsensoren, Temperatur- und Luftfeuchtesensoren in den Räumen. Die Daten landen über einen kleinen Linux-Rechner (Raspberry Pi) zu Hause auf einem Webserver, werden in einer Datenbank gespeichert und auf einer privaten Webseite angezeigt: Wohnungsgrundriss mit Live-Status, Tagesübersicht, Heatmap der Räume, Schlafzeiten, Aktivität am PC.

Wenn längere Zeit gar keine Bewegung mehr registriert wird, gehen automatisch Mails an die drei hinterlegten Vertrauenspersonen. Das ist das Lebenszeichen — passiv, ohne dass ich aktiv etwas tun muss.

Warum ich es teile

Auf dieser Seite findest du die Bauanleitung, die Einkaufsliste, den Quellcode und Erfahrungsberichte. Wenn du selbst alleine wohnst und technikbegeistert bist — oder einen Angehörigen hast, der das für dich einrichten kann — dann kannst du dir das selbst aufbauen. Alles offen, alles dokumentiert, kein monatliches Abo.

Mir ist wichtig: Die Daten bleiben bei dir. Auf deinem Server, in deiner Datenbank, unter deiner Kontrolle. Kein Cloud-Dienst, keine fremde Firma, die "weiß, wann du im Bad warst".

Wichtiger Hinweis: Dieses Projekt ist kein Ersatz für einen professionellen Hausnotruf. Im echten medizinischen Notfall wende dich bitte an die 112 oder einen zertifizierten Hausnotruf-Anbieter (z.B. DRK, Malteser, Johanniter, ASB).